Presse
„Erster Vorstoß
für längere
Laufzeiten
eines Atommeilers“
Regenerative Energien können die Strommengen aus Kernkraftwerken nahezu ersetzen – dies ist ein Luftschloss und bar jeder Realität.
Kernkraftwerke liefern Grundlaststrom. Einer von der Bundesregierung in Auftrag gegeben Studie nach (DENA-Studie) können bis zum Jahr 2015 1800 MW bis 2300 MW
Grundlast durch Windenergie abgedeckt werden. Das entspricht ca. 5 % des derzeitigen durchschnittlichen Bedarfs an Grundlast und nur einem Bruchteil der Grundlast
des Jahres 2015. Somit ergibt sich, dass zur Erzeugung des Grundlastbedarfs im Jahre 2030 350.000 Windanlagen a 1 MW gebaut werden müssten, um den Bedarf zu decken.
Das wären auf die heutige Größe Deutschlands bezogen 12 Anlage pro 10 Quadratkilometer der noch frei bebaubaren Fläche in Deutschland. Selbst wenn man das schön fände,
bleibt die Frage: Müssen bei Windstille alle Fabriken und Unternehmen geschlossen bleiben?
Die Kerntechnik kann in Deutschland in den nächsten 30 Jahren nicht durch regenerative Energien substituiert werden.
Wird der Ausstieg vollzogen, werden wir und die nachfolgenden Generationen die Konsequenzen zu tragen haben:
Strompreisexplosion (wie geschehen nach dem Atomausstieg in Italien) und Abwanderung von Unternehmen/Arbeitsplätzen
Bau neuer Kernkraftwerke im europäischen Ausland für Exportlieferungen nach Deutschland
Starke Umweltverschmutzung durch Verbrennung fossiler Energieträger (Braunkohle, Steinkohle und Gas)
Deshalb:
Wir müssen global, zumindest jedoch Europaweit denken und handeln.
Die Verfolgung ideologischer Ziele führt nicht zu einer sachlichen Diskussion.
Es muss ein Konzept zur Energieversorgung für die nächsten 30 Jahre erstellt werden, welches bezahlbar und frei von ideologischen Zielen ist.
Die Politik sollte Rahmenbedingungen für Forschung, Entwicklung und Innovation schaffen und nicht, wie es zur Zeit mit der Kerntechnik geschieht, Spitzentechnologien kaputt reden und somit aus Deutschland verbannen.
Dr. Magnus Langenstein, Ditzingen-Schöckingen
Andy Jansky, Stuttgart
LESERBRIEF AN DIE REDAKTION
DER STUTTGARTER ZEITUNG
vom 25.01.06
Endlich ein Hoffnungsschimmer, Endlich kommt Bewegung in die Diskussion um längere Laufzeiten
von Kernkraftwerken. Das wurde auch Zeit. Listet man mal die Argumente der Kernkraftwerksgegner auf,
hört man lang bekannte Argumente: Atommüll ist gefährlich, das größte Potential liege in der Energieeinsparung,
regenerative Energien können die Strommengen aus Kernkraftwerken nahezu ersetzen.
Atommüll ist gefährlich – aber es gibt sehr gute Sicherheitsvorkehrungen und ein Konzept der Endlagerung.
Wie wird denn bei anderen Energieerzeugungen entsorgt (Kohle und Gas)? Direkt in die Atmosphäre, CO2 und SOX
tragen jetzt schon zu verheerenden Klimaveränderungen bei. Bei nuklearen Abfällen besteht eine geringe Wahrscheinlichkeit,
bei der Entsorgung der Abfälle fossiler Brennstoffe aber die Gewissheit, dass die Umwelt durch sie zerstört wird.
Und wer weiß schon, ob in 1000 Jahren unsere Nachfahren nicht sogar froh sind, einen heute als „Müll“ bezeichneten Rohstoff zur Verfügung zu haben?
Das größte Potential liegt in der Energieeinsparung – das ist sicher so, aber hier werden Äpfel mit Birnen verglichen.
Die Einsparungspotentiale sind vor allem in der Raumwärme und im Verkehr vorhanden. Der Anteil der mit Strom beheizten Gebäude
ist verschwindend gering im Vergleich zu Gebäuden die mit Gas, Kohle oder Erdöl beheizt werden. Zum Beispiel sind für Wärmedämmmaßnahmen
die Amortisationszeiten so hoch (>15 Jahre), dass kaum ein Privatmann dieses Geld investieren würde, es sei denn er handelt aus ideologischen Gründen.
Das Einsparpotential durch geringeren Stromverbrauch wie z.B. Standby-Geräte ausschalten oder Energiesparlampen verwenden ist, wenn überhaupt,
nur über den Strompreis zu erzielen und gehen immer zu Lasten der Wettbewerbsfähigkeit, die sich Deutschland in der derzeitigen Situation sicher nicht leisten kann.
Die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte zeigen jedoch, dass der pro Kopf Stromverbrauch trotz Einsparungen weiter gestiegen ist (z.B. Handys, DVD-Rekorder, Computer usw.).